Star Trek - The Next Generation: 36
"The Dauphin" (Die Thronfolgerin)

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Staffel2
35: "The Meas..."
37: "Contagion"
US-Erstsendung:
18.2.1989

ZDF-Erstsendung:
28.2.1992

Regie:
Rob Bowman

Drehbuch:
Scott Rubenstein
Leonard Miodonow

Gaststars:
Paddi Edwards
als Anya

Jamie Hubbard
als Salia

Colm Meaney
als O'Brien

Peter Neptune
als Crewman Aron

Mädchen Amick
als Anya als Teenagerin

Cindy Sorenson
als Anya als Pelztier

Jennifer Barlow
als Ensign Gibson

Inhalt:

SzenenbildDie Enterprise fliegt Clavdia Drei an, wo man Salia, ein 16jähriges Mädchen und Staatsoberhaupt, mit ihrer Zofe Anya an Bord beamt. Die beiden verbrachten zehn Jahre auf Clavdia, wo Anya die junge Salia auf ihre Rolle als Herrscherin vorbereitete. Jetzt sollen die beiden Nach Daled Vier gebracht werden. Auf dem Planeten ist die eine Hälfte immer in Nacht getaucht, auf der anderen Seite ist es immer Tag. Die Lebewesen auf beiden Seiten haben sich in völlig unterschiedliche Richtungen entwickelt und führen nun einen erbitterten Bürgerkrieg, den Salia beenden soll.

Auf dem Gang sieht Wesley Salia und fühlt sich sofort zu ihr hingezogen. Was niemand sieht: Im Quartier verwandelt sich Anya in ein junges Mädchen und kurz darauf in eine Art Teddybär.

Wesley möchte unbedingt Salia kennen lernen, und er fragt Geordi, Worf, Data, Riker und Guinan um Rat, ohne dass die Erwachsenen ihm hier sehr viel weiterhelfen können. Schließlich fasst er sich ein Herz und besucht Salias Quartier. Er wird von ihr auch sofort hereingebeten. Sie möchte von ihm wissen, wie man den Replikator bedient.

Anya besucht auf ihrer Führung durch das Schiff die Krankenstation. Dort fordert sie Dr. Pulaski auf, einen Patienten zu töten, weil sie fürchtet, seine Krankheit könne Salia anstecken. Als Dr. Pulaski sich empört weigert, verwandelt sich Anya in ein Monster und kämpft mit Worf. Erst als sich Sicherheitsoffiziere der Station nähern, verwandelt sich Anya zurück. Picard schickt Anya in ihr Quartier und fordert sie auf, ihre menschliche Gestalt beizubehalten.

Wesley besucht mit Salia das Holodeck. Später sind sie auf Zehn Vorne. Salia gesteht Wesley, dass sie sich vor ihrer bevorstehenden Aufgabe fürchtet. Als Wesley ihr anbietet, auf der Enterprise zu bleiben, ist sie zunächst versucht, doch dann rennt sie verzweifelt weg.

Picard erklärt Wesley, dass Anya ein Allasomorph ist, und sie könne daher für das Schiff sehr gefährlich werden. Er verbietet ihm daher, sich erneut mit Salia zu treffen. Doch Salia schleicht sich in Wesleys Quartier, als Anya schläft. Dort taucht Anya als Monster auf. Daraufhin verwandelt sich auch Salia, um Wesley zu beschützen. Da erkennt Wesley, dass auch Salia kein Mensch ist.

Wesley will nichts mehr mit Salia zu tun haben. Doch schließlich versöhnen sich die beiden. Salia übernimmt ihre Aufgabe, während Wesley mit Liebeskummer auf der Enterprise zurückbleibt.

Kommentar:

SzenenbildMit gezückter Tastatur saß ich da, bereit, einen niederschmetternden Verriss zu schreiben, nur um festzustellen, dass ich "The Dauphin" gar nicht so schlimm fand. Im Gegenteil, einige Szenen waren sogar recht witzig, vor allem die, als Worf Wesley Tipps gibt, wie man sich einer Frau nähert: Worf führt eine Art Brunftschrei vor, worauf Wesley fragt, ob er Salia wirklich so anschreien soll. Darauf meint Worf, dass nicht die Männer, sondern die Frauen schreien und mit Steinen werfen. Dann würden sie kratzen, während der Mann Liebesgedichte vorträgt, bis er auch kratzt. Eine sehr humorvolle Szene, die an spätere Comedy-Highlights der Serie erinnert.

Woran also liegt es, dass die Episode so viel kurzweiliger wirkt als in meiner Erinnerung? Vielleicht, weil ich diesmal auf das Entsetzliche besser vorbereitet war? Vielleicht werde ich auch langsam alt und finde Teenagerromanzen daher nicht mehr ganz so blöd wie vor zehn Jahren, als ich die Episode zum ersten Mal sah.

Dennoch, es soll hier auch nichts schöngeredet werden, und nach wie vor bleibt die Frage: Was veranlasst einen Produzenten, grünes Licht für ein Drehbuch zu geben, dessen Story etwa so lautet: "Wesley verliebt sich in eine Prinzessin, die sich ab und zu in ein Monster verwandelt." Ausgehend von diesem dümmlichen Exposé hat die Episode sogar eine ganze Reihe mehr oder weniger guter Abschnitte. Der beste ist der, als Wesley einige der Offiziere fragt, wie er Salia besser kennen lernen soll, was seine Ratlosigkeit nur noch mehr steigert. Danach wird es dann eher unangenehm, als die beiden wirklich ein wenig Zeit miteinander verbringen, wobei dann Wil Wheaton wirklich in jeder Einstellung wie ein Maikäfer grinst.

Parallel dazu läuft dann die Offenbarung von Anyas wahrer Gestalt, die reichlich absurd wirkt. Sie fordert von Dr. Pulaski, einen Patienten zu töten, und als die Ärztin sich weigert, verwandelt sich Anya in einen Monsterteddybär, der schon in der Classic-Serie peinlich gewirkt hätte. War da maskentechnisch wirklich nicht mehr drin? Und ist den Autoren wirklich kein besserer Grund dafür eingefallen, warum Anya sich verrät? Viel kreative Energie wurde da offenbar nicht investiert. Das ist also die Frau, die zehn Jahre lang eine junge Herrscherin für einen Friedensauftrag vorbereitete. Da sehe ich aber schwarz.

Im Anschluss bleibt vieles rätselhaft: Niemand kommt auf die Idee, dass auch Salia die Fähigkeit der Verwandlung haben könnte. Die überraschende Offenbarung am Ende ist dann auch alles andere als originell. Auch auf die Idee, die Quartiere der beiden mit einem Schutzschirm abzudichten, kommt man viel zu spät. Dennoch gibt es auch in dieser schwächsten Phase der Episode einige gelungene Szenen, insbesondere ist ein Gespräch zwischen Picard und Wesley sehr geglückt. Patrick Stewart fand hier wieder die genau richtige Balance zwischen ruhiger Autorität und Väterlichkeit, die Picard gegenüber Wesley entwickelt.

Besonders schwach ist dann noch der Epilog, in dem Guinan ein paar weise Worte an Wesley richten und dabei ebenfalls sehr viel grinsen darf. Was lernen wir daraus? Erwachsene sollten wirklich nicht so tun, als wüssten sie etwas über die große Liebe, und sie sollten Jugendlichen wirklich keine Ratschläge erteilen!

Fazit: "The Dauphin" ist eine durchaus sympathische Episode, bei der vor allem die Figuren sehr gut getroffen sind, was dann doch eine Entschädigung für die simple Story, für die teilweise peinliche Umsetzung und für einige Ungereimtheiten ist.

Bemerkenswertes:

Jamie Hubbard, die Darstellerin von Salia, ist in Wahrheit zehn Jahre älter als Wil Wheaton.

Nitpicking:

Das Schamgefühl ist in der Sternenflotte anscheinend wirklich reduziert, denn zu einer Schiffsführung gehört offenbar auch das Betreten eines Behandlungsraums, wo Dr. Pulaski sich gerade um einen Patienten kümmert.

Woher wusste Wesley, dass Anya zu Beginn der Episode fragte, ob sie Menschen seien. Er war nicht dabei!

Geordi schickt Wesley los, einen Magneten aus dem Lager zu holen. Auf dem Rückweg tritt Wesley zufällig auf Deck 22 aus dem Turbolift, wo er zum ersten Mal Salia sieht. Wie kommt es, dass er auf Deck 22 halt macht, wenn der Maschinenraum auf Deck 36 ist?

Anya will Salia beschützen, so sehr, dass sie dafür sogar einen Patienten von Dr. Pulaski töten möchte. Dennoch lässt sie die junge Frau allein, als sie sich mit Worf das Schiff zeigen lässt, sie verbietet Salia sogar, sie zu begleiten. Auch am Ende ist sie nicht dabei, als Salia zum Transporterraum gebracht wird.

Wesley scheint es Salia schwer zu verübeln, dass sie ihre Gestalt ändern kann. Was ist daran so schlimm? Aber vielleicht muss man in der Situation gewesen sein, um mitreden zu können.

In "Where No One Has Gone Before" (dt.: Der Reisende) meint Kozinski, elf Prozent der Galaxis seien kartographiert. Hier erzählt Wesley, es seien 19 Prozent. Kommt man so schnell voran?

Als sich Anya vor Dr. Pulaski in ein Monster verwandelt, ruft Dr. Pulaski die Sicherheit. Keine drei Sekunden später kommen Sicherheitsoffiziere und Captain Picard hereingestürmt. War Picard gerade in der Nähe?

Einschaltquoten (von Martin Seebacher):

In den US-Syndication Charts war die Folge mit einem 10.7 Rating bei einem 4. Platz vetreten.

Im ZDF waren nur extrem schache 0,76 Millionen Zuschauer dabei.

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Letztes Update:
21. April 2002

©2002 Thomas Höhl.