Star Trek - The Next Generation: 98
"The Mind's Eye" (Verräterische Signale)

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Staffel4
97: "The Host"
99: "In Theory"
US-Erstsendung:
2.6.1991

SAT1-Erstsendung:
22.3.1994

Regie:
David Livingston

Drehbuch:
René Echevarria

Story:
Ken Schafer and
René Echevarria

Gaststars:
Larry Dopkin
als Botschafter Kell

John Fleck
als Taibak

Colm Meaney
als Lt. O'Brien

Edward Wiley
als Edward Wiley

Inhalt:

SzenenbildGeordi wird von Romulanern entführt, als er mit einem Shuttle auf dem Weg nach Risa ist. Sie unterziehen ihn einer Gehirnwäsche, um ihn für ihre Zwecke einsetzen zu können, ohne dass er es weiß.

Inzwischen fliegt die Enterprise zur klingonischen Kolonie Krios, auf der eine Rebellion ausgebrochen ist. Der Gouverneur von Krios beschuldigt die Föderation die Rebellen mit Waffen zu unterstützen. Botschafter Kell soll im Auftrag des Klingonischen Hohen Rats gemeinsam mit der Crew der Enterprise diese Vorwürfe untersuchen. Der Gouverneur legt eine Phasergewehr der Föderation als Beweis vor. Data und Geordi, der inzwischen wieder zurückgekehrt ist ohne etwas von seiner Entführung und Manipulierung zu ahnen, untersuchen das Gewehr. Sie entdecken, dass es von den Romulanern hergestellt wurde um die Föderation bei den Klingonen in Misskredit zu bringen. Data bemerkt kurze zeit später eine ungewöhnliche Emission auf dem E-Band.

Gerade als sich die Situation beruhigt, beamt Geordi echte Föderationswaffen auf den Planeten. Diese Aktion bleibt nicht unentdeckt und drei Klingonenschiffe bedrohen die Enterprise. Geordi, der keine bewusste Ahnung von seiner Aktion hat, entdeckt schließlich von wo der Transport durchgeführt wurde. Sie laden den Gouverneur ein, die Lage vor Ort zu beurteilen.

Botschafter Kell speist in seinem Quartier, als plötzlich Geordi ihn aufsucht. Ohne große Erklärung erteilt er Geordi den Auftrag den Gouverneur bei seinem Besuch im Frachtraum zu töten.

Data hat inzwischen zwei weitere E-Band Signale entdecken können, zwei wurden innerhalb der Enterprise gesendet, eines von der Oberfläche der Kolonie aus. Er wird misstrauisch und untersucht Geordis Shuttle. Er entdeckt, dass es von den Romulanern gekapert wurde. In letzter Sekunde kann er das Attentat von Geordi auf den Gouverneur verhindern. Data hat herausgefunden, dass nur zwei Leute bei allen drei Impulsen am jeweiligen Ort waren: der Captain und Botschafter Kell. Kell stimmt einer Leibesvisitation nicht zu und bittet Picard um Asyl. Picard gewährt es ihm - vorausgesetzt, Kell erweist sich als unschuldig, was er natürlich nicht ist. Also nimmt Vagh den Verräter in Gewahrsam und dankt Picard für die Rettung.

Geordi beginnt Therapiesitzungen bei Counselor Troi, um seine Erinnerung an die Entführung wieder zu erlangen und die Folgen der Gehirnwäsche zu verarbeiten.

Kommentar:

"The Mind's Eye" ist eine spannende Folge mit Geordi im Mittelpunkt und verbindet die Ereignisse geschickt mit dem großen Klingonen-Handlungsbogen, der schon bald seinen vorläufigen Höhepunkt in "Redemption" (dt. Der Kampf um das Klingonische Reich) erreichen wird.

Geordi LaForge ist ja nicht unbedingt der faszinierendste Charakter der Serie. Tatsächlich ist sein Privatleben eher uninteressant, am besten sind noch seine unbestreitbare Kompetenz als Chefingenieur und seine Freundschaft zu Data herausgearbeitet. Levar Burton ist auch nicht gerade zu beneiden, nimmt ihm doch der "VISOR" eines der wichtigsten Ausdrucksmittel eines Schauspielers - nämlich die Augen. Trotzdem hat Burton in dieser Folge großartige Arbeit geleistet und die Zuschauer können diesmal mit der Figur so richtig mitfiebern. Zwar sind die Zuschauer bis auf wenige Kleinigkeiten immer etwas weiter als die Crew der Enterprise, aber die geschickte Inszenierung und einige unerwartete Wendungen - man denke nur an den zunächst sympathischen Botschafter Kell, der sich dann als der Verräter entpuppt - erhalten die Spannung bis zum Showdown im Frachtraum.

Die Next Generation zeigt hier wieder einmal, dass sie sehr wohl in der Lage ist (oder besser: war) Handlungsbögen aufzubauen und weiterzuspinnen. Einige neue Details in dem großen Gespinst der klingonischen Politik und der Einmischung der Romulaner in dieselbe offenbaren sich. Aber selbst ohne diese Rahmenhandlung wäre die Folge nicht uninteressant geworden. Die Serie verbindet hier quasi das Angenehme mit dem Nützlichen und vernachlässigt dafür nicht das für Star Trek bewährte Konzept der abgeschlossenen Einzelepisode. So bietet die Folge eine Auflösung, lässt aber für die Zukunft weitere Intrigen der Romulaner im klingonischen Reich erwarten. Und die Zuschauer dürfen sich vorerst fragen, wer die geheimnisvolle Romulanerin im Dunkeln ist…

Bemerkenswertes:

Einmal mehr gibt es Hinweise auf massive Einmischungen der Romulaner in die inneren Angelegenheiten des klingonischen Imperiums.

Denise Crosby spielt hier noch nicht Tasha Yars halbromulanische Tochter Sela. Da der in dieser Folge noch anonyme weibliche Commander im Schatten bleibt, konnte eine andere Schauspielerin die Rolle übernehmen. Denise Crosby lieh der Figur lediglich ihre Stimme. Richtig bekommt man Sela erst in den Zweiteilern "Redemption" (dt.: Der Kampf um das Klingonische Reich) und "Unification" (dt.: Wiedervereinigung?) zu sehen.

John Fleck, der hier den Romulaner Taibak verkörpert, spielt auch Ornithar in der Deep Space Nine Episode "The Search, Part I" (dt.:Die Suche, Teil 1) und Koval in der Deep Space Nine Episode "Inter Arma Enim Silent Leges".

Edward Wiley spielt hier Gouverneur Vagh. Er ist später auch als Gul Toran in der Deep Space Nine Episode "Profit and Loss" (dt.: Profit und Verlust) zu sehen.

Nitpicking:

Risa wird in der Synchronisation diesmal anders ausgesprochen als in der Folge "Captain's Holiday" (dt.: Picard mach Urlaub).

Geordi fliegt mit einem Shuttle mit Unterlichtgeschwindigkeit nach Risa und braucht nach Auskunft des Computers noch 3 Stunden, und wahrscheinlich ist er schon eine Weile unterwegs. Warum setzt ihn die Enterprise nicht einfach auf Risa ab? Sie brauchte für den kleinen Umweg mit Warpgeschwindigkeit nur Minuten!

Warum wird eigentlich kein Alarm ausgelöst, als der Romulanische Warbird sich dem Shuttle enttarnt?

Als Geordi den Klingonen erklärt, dass das Phasergewehr ein Nachbau der Romulaner ist, sagt er, dass diese Fälschung die gleiche Energiequelle verwendet wie die "Romulaner-Unterbrecher". Bisher wurden die romulanischen Waffen, die Disruptoren, nicht übersetzt. Warum wählte man hier diese ungeschickte Eindeutschung anstatt des passenden Originalbegriffs?

Einschaltquoten:

In den amerikanischen Syndication Charts war die Folge mit einem dritten Platz bei einem Rating von 10.1 Punkten vertreten.

In Deutschland waren bei der Erstausstrahlung 1,73 Mio. Zuschauer bei einem eher durchschnittlichen Marktanteil von 17,3% dabei.

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97: "The Host"
99: "In Theory"
Letztes Update:
14. Januar 2003

©2003 Martin Seebacher.