Star Trek Enterprise: 26
"Shockwave" (Die Schockwelle)

Hauptseite
Staffel1
25: "Two Days..."
27: "Shockwave"
US-Erstsendung:
22.5.2002

SAT1-Erstsendung:
5.9.2003

Regie:
Allan Kroeker

Drehbuch:
Rick Berman &
Brannon Braga

Inhalt:

Szenenbild Die Enterprisecrew bereitet sich vor, die Raumkolonie Paraagans zu besuchen. Wegen des hohen Vorkommens an Gasen muss Reed exakte Landeprotokolle befolgen. Doch obwohl er den Plasmaausstoß drosselt, wird die Raumfähre plötzlich von einer heftigen Explosion erschüttert, bei der alle 3600 Kolonisten getötet werden.

Obwohl sich Reed sicher ist, keinen Fehler gemacht zu haben, wird die Enterprise nach Hause beordert. Ein vulkanisches Schiff soll zuvor T'Pol und Dr. Phlox abholen. In der Nacht erwacht Archer plötzlich in seinem Quartier in San Francisco. Er erhält eine Nachricht von Tucker, die gleiche, die er vor zehn Monaten tatsächlich in San Francisco empfing. Plötzlich erscheint der Zeitreisende Daniels, der Archer erklärt, er habe diesen Zeitabschnitt gewählt, um sich vor bestimmten Gruppen aus dem temporalen kalten Krieg zu verbergen. Er meint auch, die Vernichtung der Kolonie sei ein Eingriff in den Zeitablauf gewesen, dies hätte nicht geschehen dürfen. Ziel war es, Archers Mission zu einem vorzeitigen Ende zu bringen.

Mit Daniels Hilfe findet Archer heraus, dass auf der Außenhülle der Raumfähre eine außerirdische Substanz aufgetragen wurde, die den Plasmastrom erzeugte. Mit Hilfe von Daniels Technik kann man einen getarntes sulibanisches Schlachtschiff ausfindig machen. Die Enterprise nutzt den Vorteil, eröffnet das Feuer und entert das Schiff. Dort können Archer, Tucker und T'Pol bis zum Hauptcomputer vordringen und drei Discs entwenden.

T'Pol und Hoshi können den Code der Discs knacken und den Inhalt übersetzen. Er beweist, dass die Suliban tatsächlich für die Vernichtung Paraagans verantwortlich waren.

Kurz darauf ist die Enterprise von Sulibanschiffen umzingelt. Silik fordert Archer auf, an Bord seines Schiffes zu kommen, oder er würde die Enterprise vernichten. Archer will der Forderung nachkommen, doch als er den Turbolift betritt, ist er plötzlich in einem Gebäude auf einem Planeten. Die Stadt, in der Archer sich befindet, besteht nur noch aus Ruinen. Da findet Archer den fassungslosen Daniels, der ihm erklärt, etwas sei falsch gelaufen, die Zeitlinie habe sich verändert, und nun seien er und Archer im 31ten Jahrhundert gefangen.

Kommentar:

Die erste Staffel von "Enterprise" verabschiedet sich mit einem Feuerwerk an Action, Spannung und Konflikten. Archer fühlt sich nicht nur verantwortlich für 3600 Tote, er fürchtet auch, durch seine Schuld die Menschheit um Jahrzehnte bei der Raumforschung zurückgeworfen zu haben. T'Pol wiederum muss zwischen ihrer Loyalität zu Archer und ihrem Volk wählen. Endlich kehren auch die Cabal-Suliban zurück, und sie sind furchteinflößender denn je. Im Finale, wenn die fatalen Worte "Fortsetzung folgt" auftauchen, ist Archer mit Daniels im zum Albtraum mutierten 31ten Jahrhundert gefangen. Ein origineller Cliffhanger, erstmals in der Geschichte von "Star Trek" zum Ende einer ersten Staffel.

Skepsis ist das Wort, das bislang alle "Star Trek"-Spin-Offs begleitete. Als sich Gene Roddenberry Ende des 80er Jahre aufmachte, um sein "Star Trek"-Konzept erneut in Serie gehen zu lassen, konnten sich die wenigsten vorstellen, dass es ein "Star Trek" ohne die Figuren Kirk, Spock oder McCoy geben könne. Als man das zweite Spin-Off "Deep Space Nine" vorbereitete, erschien es unvorstellbar, dass "Star Trek" auch auf einer Raumstation funktionieren würde. Schließlich folgte "Star Trek: Voyager", weitab von der Föderation, mit einer Crew, die nicht von der Neugier auf das Unbekannte, sondern von der Sehnsucht zur Erde angetrieben wurde.

Heute hat sich "Star Trek" für den Film- und Seriengiganten Paramount zu einem bedeutenden Einkommenspfeiler entwickelt, der Umsätze in dreistelliger Millionenhöhe erwirtschaftet. Die Skeptiker sind nach wie vor geblieben, und ermuntert durch den anhaltenden Quotenschwund der Serien prophezeien sie nun seit über zehn Jahre das baldige Ende. Die Frage bei "Enterprise" lautet zusätzlich: Kann ein "Star Trek"-Prequel funktionieren? Und kann "Star Trek" nach 15 Jahren Dauerpräsenz noch immer neue Geschichten finden?

Die erste Staffel von "Enterprise" hat gezeigt: Es funktioniert. Wenn sich die Serie auf die typischen Eigenschaften von "Star Trek" konzentriert, dann gilt für "Enterprise" das Gleiche wie für "Voyager" oder "Deep Space Nine"; dann ist es echtes "Star Trek", ob es nun auf einer Raumstation, im Delta Quadranten oder im 22ten Jahrhundert ohne Föderation spielt.

Rückt jedoch die banale Action in den Vordergrund, dann scheitert "Enterprise" genauso, wie auch die Vorgänger gescheitert wären, und das Publikum verliert schnell das Interesse an den Anfängen des Sternentrecks. Leider gelang es der ersten Staffel nicht immer, mit Originalität zu glänzen, und gerade das letzte Drittel zeigte erste Ermüdungserscheinungen, die sich fatalerweise im Verlauf der zweiten Staffel expotenzial in die Höhe schaukelten. Betrachtet man die erste Staffel unbeeinflusst davon, so ist es Rick Berman und Brannon Braga immerhin gelungen, die Charaktere von "Enterprise" zu definieren und das 22te Jahrhundert in groben Umrissen zu skizzieren. Es bietet sich ein Vergleich mit "Smallville" an: Dort wurde mit unterhaltsamen "Mutanten der Woche"-Geschichten das Fundament gelegt, die Figuren wurden definiert und das Serien-Universum geschaffen. Im Unterschied zu "Enterprise" begann man aber bei "Smallville" ab der zweiten Staffel auf dieses Fundament eine Kathedrale zu bauen, während Berman und Braga weiter im Sandkasten spielten und allenfalls dämliche Mondgesichter in den noch feuchten Zement drückten. Doch das soll an entsprechender Stelle besprochen werden.

Zitate:

Archer: "Can't you ever give a straight answer?"
Daniels: "Depends on the question."

Einschaltquoten von Martin Seebacher:

Sendezeit: Freitag, 20.15 Uhr
1,37 Mio. - 5,2% Marktanteil (14-49: 0,97 Mio. - 9,7% MA)

Analyse: Zum zweiten Mal fällt eine Freitagsfolge unter die wichtige 10-Prozent-Hürde in der jungen Zielgruppe!

Star Trek Shop
Top
25: "Two Days..."
27: "Shockwave"
Letztes Update:
19. Oktober 2003

©2003 Thomas Höhl.